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  Zündung von Aeroflug
 

Das Bessere ist der Feind des Guten:

 

Boxer-Zündung AF-2004 PZ-2-Z aus dem Hause Aeroflug

 

Ein gut laufender Motor ist gerade für den 3D-Bereich zwingend erforderlich. Dabei ist weniger die max. Drehzahl entscheidend, sondern ein sicheres, und zügiges Gasannehmen. Wünschenswert wäre dann noch eine lineare Gaskurve. Neben dem Motor, Dämpferanlage und Krümmerlänge ist auch die Zündanlage für die Laufeigenschaften verantwortlich.

Im Folgenden geht es um die Zündung AF-2004 PZ-2-Z von Aeroflug, die mit einer speziellen Software für den 3W 170 Boxer vorgesehen ist.

 

Die ersten Grundsteine wurden schon auf der Hausmesse von Aeroflug (immer zeitgleich mit 3W) gelegt. Thomas Schmidt von Aeroflug (war lange Jahre Mitarbeiter bei 3W-Modellmotoren) bietet eigentlich für jeden Motor Zündsysteme an, vom 1 Zylinder bis hin zu Sternmotoren, sowie auch anderes nützlichen Zubehör. Das Besondere ist hier, dass man für jeden Antrieb (dazu gehört auch die verwendete Dämpfereinheit) eine optimale  Zündzeitpunktkurve einprogrammieren lassen kann.

 

Die in der Modell 12/09 vorgestellte Krill Yak 55M mit dem 3W 170 und BMB-Dämpfern wurde als Versuchskaninchen verwendet. Hier stellte sich heraus, dass die Querruderservogetriebe doch einem hohen Verschleiß unterlagen. Grund dafür sind nicht die Belastungen im Flug, sondern die Vibrationen am Boden. Eine Lösung wäre natürlich die Erhöhung der Servozahl. Andererseits muss man natürlich auch die Ursachen an den Wurzeln bekämpfen, und sind bekanntlich unsere Triebwerke, vor allem bei niedrigem Standgas.

 

Kurzerhand wurde folgendes zum Ziel erklärt:

-         weniger Vibrationen im Standgas

-         dabei keine Beeinträchtigung der aggressiven Gasannahme

-         Lineare Gaskurve

-         gleiche Höchstdrehzahl

-         sicherer Standgaslauf in allen Fluglagen

-         Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer

 

 

Da ich meine Yak schon gut kenne, und weiss wie der Motor läuft, wurde hier die Zündung gewechselt, um dann den direkten Vergleich zu haben. Nicht, dass die 3W-Zündung nicht gut läuft, aber es gibt fast Nichts, was nicht noch optimiert werden kann.

 

Der Umbau ging sehr schnell vonstatten, alle Anschlüsse sind analog der 3W-Zündung. Es braucht also nur umgesteckt zu werden. Allerdings darf die Aeroflugzündung nur mit max. 6V betrieben werden, d.h. also 4 Zellen, oder bei 2s Lipo einen Spannungsbegrenzer verwenden. Die Zündung ist bei mir schwingungsgedämpft mit kleinen Stückchen Klettband auf dem Motordom geklebt, zwei Kabelbinder sichern das ganze. Somit ist auch für ausreichend Kühlluft gesorgt.

 

Als optionales Zubehör gibt es noch eine kleine Anzeige-Einheit, die verschiedene Betriebszustände per LED anzeigt: Gelb, Grün, Rot:

Grün: Zündung bereit

Rot: Drehzahl über 4000 U/min

Gelb: Zündung befindet sich in der programmierten Kennlinie

Auch hier ist die Zündung mit einer Sicherheitsschaltung versehen: wenn nach 1 Minute keine Umdrehung am Propeller erfolgt, schaltet die Zündung aus. Erst ein erneutes Aus- und Einschalten schaltet die Zündung wieder scharf. Das ist zum Beispiel auf Wettbewerben wichtig: Nicht dass man mehr als 1 min auf seinen Durchgang wartet, und dann der Motor nicht anspringt. Weiterhin kann die Zündelektronik erkennen, ob der Motor gerade angeworfen wird, oder ob er sich im Leerlauf befindet, und passt den Zündzeitpunkt der jeweiligen Situation an. Dadurch kann die Zündung bei niedrigen Drehzahlen sehr spät zünden, ohne dass der Motor schlechter anspringt. Ein „Zurückschlagen“ ist ebenso nicht möglich.  

 

Technische Daten:

Motor: 3W 170 B2 Xi CS

Krümmerlänge: 14 cm

Dämpfersystem: BMB XXL

Luftschraube: 29*12 3Blatt für Kunstflug, 30*13 2Blatt für 3D

Sprit: 1:50 mit 100 Oktan

Zündung: AF-2004 PZ-2-Z

Spannungsbereich: 4,8 – 6 V

Strombedarf: ab 1700 mAh

Gewicht: 220 g

Besonderheiten:

Verstellkurve (Zündzeitpunkt) durch Software vom Hersteller einstellbar, optische Anzeige durch 3 LEDs der Betriebszustände. Die Leiterplatine ist von Hand verlötet, durchkontaktiert und vakumvergossen. Das spricht für eine lange Lebensdauer. 

 

Weiterhin bietet Aeroflug den Service, Motoren oder Test mit Zündungen nach Absprache vor Ort durchführen lassen zu können, oder Antriebe auf spezielle Drehzahlbereiche anpassen zu können. Auch wenn es mal um ein Reparaturfall geht, hilft Thomas Schmidt gerne weiter.

 

 

Doch wie sieht die Praxis aus?

Der Motor springt wie gewohnt gut an und wurde erst mal auf Betriebstemperatur gebracht, folgende Eigenschaften konnte ich feststellen:

 

-         Die spritzige Gasannahme wurde noch etwas rasanter (Standgasnadel musste minimal nachjustiert werden)

-         Die Gaskurve ist weiterhin linear und ohne Überfettung (Drehzahlloch)

-         Die Vollgasdrehzahl ist um 50 U/min gestiegen (hierauf wurde aber kein Wert gelegt)

-         Die min. Drehzahl konnte aufgrund der speziellen  Zündzeitpunktkurve noch weiter nach unten geschoben werden. Allerdings kommt die Yak bei einem derartig niedrigen Leerlauf in Resonanzen.

 

 

Fazit

Der Antrieb läuft im unteren bis mittleren Drehzahlbereich etwas weicher, hier ist also eine Verbesserung eingetreten. Allerdings kann man die Physik auch nicht überlisten, d.h. eine Laufruhe, wie z.B. bei einem 4-Zylinder ist nicht machbar. Die Gasannahme hat sich noch einmal verbessert, selbst bei ruckartigem Gasgeben kommt der 3W ohne Probleme mit. Durch die spezielle Leerlauferkennung ist es möglich, den Motor extrem weit runter zu drosseln. Das hat zwar den Vorteil, dass die Yak im Flug abwärts noch mehr bremst, aber aufgrund der geringen Masse am Boden doch gut schüttelt. Allerdings hat man den Eindruck, dass der Motor selbst bei niedrigsten Drehzahlen sicher läuft.

Nebenbei hat man noch den Eindruck, dass der Flieger etwas leiser geworden ist. Dieser Effekt tritt aber nur bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen auf. Wobei der größte Anteil eines Fluges aber genau in eben diesem Bereich stattfindet.

Der Umbau hat sich gelohnt.

 

 

Bild 1: Der Lieferumfang: Die Zündung, eine optionale LED-Anzeige und eine ausführliche Anleitung

Bild 2-8: Der übersichtliche Einbau auf dem Motordom in der Yak 55M von Krill

Bild 9: Die Kiemen sorgen für gute Warmluftabfuhr. Gerade im 3D-Bereich muss der Motor perfekt laufen

 

Bezugsquelle:

Fa. Aeroflug,   Thomas Schmidt,

Waldstr. 12,    63457 Hanau

www.aeroflug.de

 
  (c) Mark Maibom